Da war der Traum auch schon wieder vorbei. Im Viertelfinale ist Schluss mit dem Traum von der dritten WM in Folge für unsere Frauen.

Aber ganz ehrlich war das nach den Gruppenspielen keine wirkliche Überraschung mehr. Wo war die Mannschaft, welche in der Vorbereitung von knapp 3 Monaten alles weggehauen hat?
Das Spiel gegen Kanada konnte man die ersten Minuten ja noch gut reden, da die Mannschaft das erste Mal vor so einer Kulisse gespielt hat. Wobei das für Kanada sicherlich auch Neuland war, wie für jede andere Mannschaft bei dieser WM auch.

Dann kam der Grottenkick gegen Nigeria. Klar war der Schiri hier richtig schlecht, aber das hat meiner Meinung nach selten Einfluss auf das fußballerische Können eines Spielers bzw. Spielerin. Der Schiri hat da Spiel in Sachen Fouls nie in den Griff bekommen, aber nie ein Tor nicht gegeben (außer ein Abseits abgepfiffen, was keines war). Es hat ewig gedauert bis die eine oder andere Spielerin mal die Zweikämpfe angenommen hat und einfach mit der “gleichen” Härte gespielt hat. Somit waren die letzten Minuten des Spiels für die Bedingungen ganz gut. Da man den Siegeswillen endlich gesehen hat.

Das letzte Gruppenspiel war dann gegen die Franzosen. Hierzu muss man sagen, dass es hier für beide Mannschaften nur noch um den Gruppensieg ging. Somit konnte man einigermaßen befreit aufspielen. Silvia Neid hat in diesem Spiel ein paar Spielerinnen geschont, da sie Gelb vorbelastet waren. Somit kamen auch andere Spieler mal zum Zug. Weiterhin wurde die Birgit Prinz abgesägt, für sie spielt Frau Grings. Die Franzosen auf der anderen Seite haben auch ein paar Spielerinnen geschont. Zum einen wurde Necib bei Zeiten ausgewechselt, welche bis zur Auswechslung immer wieder Probleme bei der deutschen Abwehr brachte. Zum anderen wurde auch die Thomis ausgewechselt, welche durch ihre Schnelligkeit ständig für Gefahr sorgte. Die beiden Zusammen haben durch ihre Technik viel Gefahr ausgestrahlt. Zum Glück gingen sie beide bei Zeiten vom Feld :D
Nun zum Spiel: Das war das beste Spiel der Deutschen in der Offensive. Es war kein Weltklasse-Spiel, aber es war der beste Auftritt bei der WM. Lira Bajramaj hat mir bei dem Spiel in der Offensive am besten gefallen, da sie mit ihren Dribblings sehr oft Raum geschafft hatte. Klar war das eine oder andere Dribbling nicht mit Erfolg gekrönt, aber auf alle Fälle besser als die Taktik gegen die Japaner. Sie konnte das Spiel recht schnell machen, was an ihrer starken Technik lag. Sie gehört für mich zu den besten Spielerinnen im deutschen Team während der ganzen WM. Alles in allem haben die Deutschen gewonnen. Auch wenn die Franzosen nur mit 10 Mann (Frau) zum Schluss gespielt haben, wurde es fast nochmal eng. Wie man 3 (oder 2) Kopfball Gegentore bekommen kann ist mir Schleierhaft, denn die Torschützen waren nicht wirklich groß.

Dann kam das Spiel gegen die Japaner. Hier wurde wieder wild gewechselt. Die Startaufstellung war wie bei den ersten beiden Spielen (außer Birgit Prinz). Frau Neid hat also die spielstarke Bajramaj wieder ausgewechselt. Am Anfang des Spiels hatten “Wir” leider Pech als Frau Kulig aufgrund eines Kreuzbandrisses das Spiel beenden musste. Für sie kam Frau Schmidt, welche die Position der Frau Bresonik einnahm. Somit wechselte Frau Bresonik auf die 6er Position, obwohl sie gerade von einem Magen-Darm-Infekt genesen war und man davon ausgehen konnte, dass sie ein Spiel über 90 Minuten nicht durchspielen kann. Später wurde sie dann von Goeßling ausgewechselt. Dass bedeutet, dass die Frau Neid zweimal wechseln musste wegen einer Verletzung. War nicht unbedingt clever. In der Verlängerung wurde dann Alexandra Popp für Inka Grings gebracht. Jetzt mal unabhängig von der Tatsache, dass es für eine junge Spielerin es nicht einfach ist sich in der noch kurzen Zeit der Verlängerung zu Recht zu finden fand ich auch in Hinblick auf ein Elfmeterschiessen diese Auswechslung sehr komisch. Denn man sollte da doch eher auf Erfahrung setzen. Außerdem gab es auch genug andere in der Mannschaft bei denen eine Auswechslung nötig gewesen wäre. Bei der Offensive war Inka Grings noch eine mit der besseren.
Am Ende kam es nicht zum Elfer schießen, sondern die Japaner schenkten uns einen ein. Hauptsache bei dem Tor war das Außennetz des Tor durch Frau Angerer geschützt :D Fehler können ja echt passieren, aber bei der Erfahrung darf solch ein Fehler nicht passieren. So ein spitzer Winkel und dann sowas. Die Abwehrspielerin hat da zwar eine gewisse Mitschuld, aber der Pass war klasse gespielt und die Japanerin war sehr schnell.
So nun zum Spiel der deutschen ansich. Ich dachte eigentlich, dass “Kick and Rush” nicht mehr fabriziert wird. Doch da hatte ich mich getäuscht. Die Deutschen spielten mit einer wirklichen Spitze und trotzdem wurde der Ball durch die Abwehr immer nach vorne “gebolzt” in der Hoffnung, dass Frau Grings gegen technisch sehr versierte Japanerinnen den Ball behaupten kann.
Was ich auch nicht verstanden habe ist, warum alle Freistöße als Flanke gespielt wurden. Es gab 2 oder 3 Freistöße direkt am 16er. Wieso schießt man da nicht direkt? Frau Grings hatte gegen die Franzosen gute Ansätze gezeigt. Stattdessen wurde immer wieder durch Melanie Behringer geflankt. Und immer wieder auf die gleiche Weise. Bei ersten mal was das mit Frau Schmidt ja noch ok, aber ständig so tun als ob sie schießt war albern.

Dann frag ich mich welches Spiel die Kommentatoren ständig gesehen haben. Nicht nur das sie 3-mal in einem Spiel was anderes sagten. Nein sie haben auch teilweise Vorteile bei den Deutschen gesehen welche gar nicht vorhanden waren. Gegen die Japaner war die Offensive nen “Totalausfall”. Eine Garefrekes hat Offensiv während der WM bis auf die Kopfballtore nicht viel gerissen, trotzdem war sie bei den Kommentatoren ständig der Hoffnungsträger. Celia Okoyino da Mbabi hat sich die WM bemüht, aber als hängende Spitze oder was auch immer sie spielen sollte nicht überzeugend.

Fazit: Lieber 3.Platz von 32 Mannschaften als 6. – 8. Platz von 16 Mannschaften. Man geht nicht in eine WM nachdem Motto wir sind eh schon Weltmeister. Ein Sommermärchen muss entstehen und nicht von Anfang an beschlossen sein. Und wer zum Geier braucht eine fast 3 monatige Vorbereitungszeit?
Ich hoffe für die Frauen, dass der Neuanfang ohne die “älteren” klappt. Und sich auch bei der einen oder anderen Stelle im Trainerstab was tut.

Eine Antwort zu “Das Aus der Frauen bei der Frauenfussball Weltmeisterschaft 2011”

  1. Sportler, die es einfach drauf haben - Mittwochsabend sagt:

    [...] uns Das Aus der Frauen bei der Frauenfussball Weltmeisterschaft 2011 Jul [...]

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